Vesterålen

Die Vesterålen sind eine Inselgruppe etwa 300 km nördlich des Polarkreises vor der Küste Norwegens. Sie schliessen nordöstlich an die bekannteren Lofoten an.

Die wichtigsten Inseln, die zu den Vesterålen gezählt werden, sind ANDØYA, Langøya, Skogsøya, Hadselsøya, der westliche Teil von Hinnøya sowie der nördlich Teil von Austvågøya.

Die Gesamtbevölkerung der sechs Kommunen der Vesterålen beträgt rund 35.000 Einwohner. Die Gesamtfläche der Inseln liegt bei rund 3.100 qkm, bei einer Nord-Süd-Ausdehnung von 150 km.

Die Inselgruppe bietet eine sehr abwechslungsreiche Landschaft: Schroffe Gebirgsformationen erheben sich direkt aus dem Meer, während einsame, weisse Sandstrände Assoziationen mit südlichen Ländern aufkommen lassen. Es gibt Fjorde, Schären, Flüsse und Seen, Moore, einsame Gebirgstäler und kleine Hochebenen. Der höchste Berg der Region ist mit 1.262 m der Møysalen auf der Insel Hinnøya.

Klima

Obwohl die Vesterålen auf derselben Höhe wie Grönland und nördlich von Island liegen, ist das Klima wegen des Golfstromes sehr mild. Kennzeichnend sind die relativ milden Winter und die nicht zu heissen Sommer. Im kältesten Monat Februar liegt die Durchschnittstemperatur bei -2 Grad, während sie im Juli bei 12-14 Grad liegt. Die höchste bisher gemessene Temperatur betrug 31 Grad.

Der Herbst ist meist sehr niederschlagsreich, die meisten Niederschläge fallen im Oktober. Der niederschlagsärmste Monat ist wiederum der Juli. Reichlich Schnee fällt von Januar bis März.

Da die Vesterålen nördlich des Polarkreises liegen, kann man im Dezember und Anfang Januar die Polarnacht erleben, während der die Sonne überhaupt nicht aufgeht. Von Mitte Mai bis Ende Juli scheint dafür rund um die Uhr die Mitternachtssonne.

Fauna

Die Vesterålen sind ausserdem bekannt für ihren Reichtum an Vogelarten, da die Fjordgebiete den Seevögeln jede Menge Futter bieten. Besondere Vertreter der Vogelwelt sind Seeadler, Papageientaucher, Tordalken, Trottellummen, Krähenscharben, Reiher und Schwäne. Seltene Arten sind Eissturmvogel und Basstölpel, die nur auf der Meeresseite vorkommen sowie die Uferschnepfe, die in ganz Norwegen nur auf ANDØYA  brütet. Die bekanntesten Vogelfelsen befinden sich in Bø und auf Andøya.

Die Vesterålen sind von fischreichen Gewässern umgeben. Fast alle an der norwegischen Küste beheimateten Fischarten kommen hier häufig vor. Vor allem für Fischer besonders interessant sind Dorsch, Schellfisch, Köhler, Rotbarsch, Seewolf, Lachs, Hering, Lumb, Lengfisch, Scholle, Heilbutt, Tintenfisch und Krabbe

Ganzjährig kann man vor der Küste zudem Wale und Delfine beobachten.

Tourismus

Oft werden die Vesterålen in einem Atemzug mit den berühmteren Lofoten genannt. Viele Lofotenreisen führen fast zwangsläufig auch über die Vesterålen, wodurch der Eindruck entsteht, die beiden Inselgruppen wären nur eine.

Tatsächlich aber handelt es sich sowohl landschaftlich als auch wirtschaftlich um zwei unterschiedliche Regionen.

Die bekanntesten Touristenattraktionen der Vesterålen sind die Walsafaris, die von Andenes aus starten. Der alte und malerische Fischerort Nyksund wurde in den letzten Jahren wieder aufgebaut und ist jetzt ein beliebtes Ausflugsziel. Darüber hinaus ist das 1988 gegründete Walzentrum in Andenes interessanter Anlaufpunkt für Reisende. Ebenfalls interessant ist das Hurtigrutenmuseum in Stokmarknes, dem einstigen Gründungsort der Postschifflinie.

Lofoten

Der Name bedeutet "Luchsfuss" von "ló", altnordisch für Luchs und "foten", der Fuss. Lofot war der ursprüngliche Name der Insel Vestvågøy.